20 Jahre Freundschaftsvertrag

Vor zwanzig Jahren wurde der Vertrag über die freundschaftliche Zusammenarbeit und europäische Partnerschaft zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Ungarn unterzeichnet. Aus diesem Anlass veranstaltete die Botschft von Ungarn am 22-23. Mai eine Reihe von Festveranstaltungen. Zu den Veranstaltungen kam auch der Präsident der ungarischen Nationalversammlung nach Berlin, Dr. László Kövér traf in der deutschen Hauptstadt auch seinen Amtskollegen, Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert.

Die beiden Parlamentspräsidenten eröffneten am Nachmittag die Festveranstaltung in der ungarischen Botschaft, nach ihren Reden diskutierten deutsche und ungarische Persönlichkeiten – rückblickend auf die vergangenen zwei Jahrzehnte - über die bilateralen Beziehungen-beider Länder. An den Podiumsgesprächen nahmen Jens Ackermann, Vorsitzender der deutsch-ungarischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag,

Reinhard von Schorlemer, ehemaliger Vorsitzender der deutsch-ungarischen Parlamentariergruppe, Gergely Prőhle, stellv. Staatssekretär im ungarischen Außenministerium, Andor Nagy, Vorsitzender der deutsch-ungarischen

Parlamentariergruppe im ungarischen Parlament sowie Vilmos Szabó, stellv. Vorsitzender der Parlamentariergruppe, Eckart von Klaeden, Staatsminister im Bundeskanzleramt, Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister von Berlin a.D., Dr. Ferenc Krausz, Direktor des Max Planck Instituts für Quantenoptik und Dr. László Ungvári, Präsident der Dennis Gabor Gesellschaft teil.

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper betonte in ihrer Ansprache: ,,Mit der Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze im Jahr 1989 für Bürgerinnen und Bürger der DDR hat Ungarn einen historischen Beitrag zur Überwindung der deutschen und europäischen Teilung geleistet. Auf dieser Basis und auf dem Fundament einer jahrhundertelangen historischen Verbundenheit steht unser Vertrag über freundschaftliche Zusammenarbeit und Partnerschaft in Europa von 1992, den wir das ganze Jahr feiern. Im Jubiläumsjahr können wir auf eine erfolgreiche bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit zurückblicken. Deutsche und Ungarn sind enge Partner in der Europäischen Union und in der Nato. Wir tragen gemeinsame Verantwortung für das Werk der Europäischen Einigung und die Verteidigung der demokratischen Grundwerte. Wir führen einen engen und vielgestaltigen, dabei – wo nötig – auch kritischen Dialog.“

Am Abend organisierte die Botschaft von Ungarn im Berliner Dom ein erfolgreiches Festkonzert mit Auftritt des Dohnányi Orchesters (Budafok). 900 Gäste hörten begeistert dem jüngsten professionellen Orchester Ungarns zu, dirigiert wurde das Ensemble von seinem Chefdirigenten, Gábor Hollerung. Gespielt wurde ein deutsch-ungarisches Programm: Nach Wagners Ouvertüre zu ,,Die Meistersinger von Nürnberg“ folgte eine neue Jazz-Komposition von Károly Binder; die Klavier-Solopartie wurde von dem Komponisten selber, das Saxophon-Solo von Mihály Borbély übernommen. Als Finale ertönte Kodály’s populäres Werk, die Tänze aus Galánta , in einer außergewöhnlichen Interpretation, mit Einlagen der von Kodály gesammelten originalen Volksmusikmelodien. Das Orchester trat am 23. Mai in Marl (Nordrhein-Westfalen) mit demselben Programm auf, um auch dort an den 20. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-ungarischen Freundschaftsvertrages zu erinnern.