Der ungarische Minister für Nationale Entwicklung und Wirtschaft, István Varga besuchte am am 11. Juni Berlin. Es war der erste Auslandsbesuch des neuen Ministers, der im Zeichen der Entwicklung der bilateralen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen stand. István Varga traf seinen deutschen Amtskollegen, Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und informierte ihn über die Massnahmen der ungarischen Regierung zum Krisenmanagement und zur Sanierung des Staatsbudgets. Als Beispiel nannte er die staatlichen Zuschüsse für die Qualifizierung der Kurzarbeiter sowie die Reduzierung der Steuer- und Abgabelas der Unternehmen. Er sprach auch über diejenigen Schritte, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Ungarn stärken sollen und nannte auch die Branchen, die in den kommenden Monaten besonders gefördert werden. Dazu gehören Fahrzeugbau, Pharmaindustrie, Logistik, Informatik und Kommunikationstechnologie sowie die Dienstleitungszentren.
Deutschland ist der Wirtschaft- und Handelspartner Nr. 1. für Ungarn. Karl Theodor zu Guttenberg betonte: die Akteure der deutschen Wirtschaft betrachten Ungarn als einen zuverlässigen und guten Handelspartner und Investitionsland. Die Krise wirkt in der deutschen Wirtschaft differenziert. Der Rückgang der Exportmöglichkeiten trifft vor allem den Maschinenindustrie, Fahrzeugbau und die Hüttenindustrie, in diesen Branchen kann die Produktion und der Verkauf um 30-40 % zurückfallen. Der Rückgang beeiträchtigt auch den bilateralen Warenverkehr, bekanntlich geht mehr als ein Vierteldes ungarischen Exports in die Bundesrepublik. Laut zu Guttenberg erreichte die deutsche Wirtschaft bereits den Tiefpunkt, die Wirtschaftsleitung fiel dieses Jahr bereits um 6 Prozent zurück und ein langsamer Aufschwung ist erst von der zweiten Jahreshälfte an zu erwarten. Die verabschiedeten Konjunkturprogramme sollen diesen Prozess ankurbeln.
Wirtschaftsminister István Varga führte während seines Berlin-Aufenthaltes auch mit dem wirtschaftspolitischen Berater der Kanzlerin, Jens Weidmann und traf mehr als zwei Dutzend Vertreter des deutschen Wirtschaftslebens sowie Journalisten mehrerer angesehener Medien.
Am Tag des Ministerbesuchs fand im Ungarischen Kuturinstitut Collegium Hungaricum – in der Organisation der ungarischen Botschaft und der Investitionsförderungsgesellschft ITDH ,,Meeting Innovation 2.0” - ein Treffen ungarischer und deutscher IT und Kommunikationsunternehmen – statt. Die ungarischen Teilnehmer der Veranstaltung informierten im Rahmen eines Forums im Gebäude der ungarischen Botschaft ,,aus erster Hand’” über ihre Erfahrungen den Wirtschaftsminister.