Liebe Leserinnen und Leser,
ich bin sehr froh in der Schweiz mein Heimatland, die Ungarische Republik vertreten zu können, welche eine aufregende, wichtige Aufgabe ist. Gleich nach meinem Ankunft sollte ich den Staatsbesuch unseres Präsidenten, Herrn László Sólyom vorbereiten und abwickeln, wobei ich unheimlich schnell Kontakte aufbauen, und die schweizerische Hilfsbereitschaft schätzen mochte.
Wie Herr Bundespräsident, Pascal Couchepin festgestellt hat, „die Beziehungen zwischen Ungarn und der Schweiz vorzüglich sind, nicht bloss aus der Höflichkeit heraus, wie sie in offiziellen Verlautbarungen gepflegt wird, vielmehr sind unser guten Beziehungen eine Realität.”
In der Wirklichkeit gab es viele Zeichen der Geistesverwandtschaft schon in dem Mittelalter zwischen unseren Ländern: in den Theorien der Reformation und in den Kämpfen gegen den Rivalen, das Habsburg-Haus. Auf diesem Grunde hat unser König, Matthias Corvinus mit der Eidgenossenschaft – bestehend damals von acht Kantonen - im Jahre 1479 einen Vertrag geschlossen, wie man es heute nennen würde, über die gegenseitigen Hilfeleistungen.
Eine bemerkenswerte Brücke wurde nach 1956 aufgebaut, wenn die ungarischen Flüchtlinge in der Schweiz so warmherzig aufgenommen wurden. Sie haben sich in der Schweiz integriert, und Ehre verschafft. Nach der Wende haben wir immer wieder erfahren, wie weit die Schweiz bereit ist, unsere Aufgaben unterstützen, und von dem letzten Jahr können wir den schweizerischen EU-Erweiterungsbeitrag zu den Nachholungsbedarf unseres Landes in solchen Bereichen, wie Umwelt, Reformprozessen, Unterstützung der KMU's, Förderung der Privatwirtschaft wahrnehmen.
Unsere guten Beziehungen wurden bewiesen von einer Reihe hochrangigen Besuche beider Länder, von den verschiedensten kulturellen Projekten, Konzerten, Ausstellungen – wie zum Beispiel die von unseren Präsidenten geöffnete Ausstellung im Historischen Museum Bern „Königin Ágnes von Ungarn und der Klosterschatz von Königsfelden” oder die Vernissage der Herend-Austellung im Genfer Ariana-Museum - von den zahlreichen Kontakten unter den Universitäten und Forschungszentren.
Unsere wirtschaftlichen Beziehungen wachsen dynamisch, teilweise auf Grund der Bilateralen Abkommen zwischen der EU und der Schweiz. Aber ich möchte erwähnen, dass eben auf diesem Gebiet die Möglichkeiten weit nicht erschöpft sind, wir müssen ständig daran arbeiten, unser gemeinsames Interesse zu profilieren. Unseren Erfahrungen nach sind die Investoren in Ungarn, die ihren Beitrag mit Forschung und Innovation verknüpft haben, am erfolgreichsten. Auf diesem Ebene bietet Ungarn vorzügliche Möglichkeiten: Industrie-Parken, kompetente Personal, Kostenvorteile, ausgebaute Infrastruktur, Rechtssicherheit.
Ungarn ist ein dynamisches Land mit vollem Ehrgeiz und Kraft. Historisch gesehen haben wir in einer sehr kurzen Zeitperiode unser Land zu einer parlamentarischen Demokratie mit freier Marktwirtschaft umgewandelt, sind die NATO und die Europäischen Union beigetreten, damit zu der gemeinsame Werte pflegende europäischen Familie zurückgekehrt. Wir sind fest überzeugt davon, dass solche Situationen, wie die ganze Welt erschüttelnde Finanzkrise und die vor uns stehende Rezession nur gemeinsam überwinden können.
Dazu wünsche ich für uns alle viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüssen
Erzsébet NagyBotschafterin